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Wenn alles gleichzeitig wackelt

  • Writer: Viviane Fazel
    Viviane Fazel
  • Mar 30
  • 3 min read

Updated: Jun 11


Warum manche Übergänge uns stärker verunsichern als andere


Es gibt Veränderungen, die wir gut einordnen können.


Ein neuer Job.

Ein Umzug.

Ein Projekt, das endet.

Eine Entscheidung, die getroffen werden muss.


Dann gibt es andere Phasen.


Phasen, in denen nicht nur eine Sache in Bewegung gerät.


Sondern mehrere gleichzeitig.


Eine Rolle verändert sich.

Eine Beziehung fühlt sich anders an.

Ein Ort verliert seine Selbstverständlichkeit.

Eine berufliche Richtung wird fraglich.


Oder die Person, die wir einmal waren, passt nicht mehr ganz zu dem Leben, das wir heute führen.

Und plötzlich entsteht dieses merkwürdige Gefühl:


Nichts ist eindeutig falsch.


Aber vieles fühlt sich auch nicht mehr wirklich stabil an.


Wenn die innere Landkarte nicht mehr passt


Die meisten Menschen bauen ihr Leben auf bestimmten Orientierungspunkten auf.


Wir wissen, wer wir sind.

Welche Rolle wir haben.

Was wichtig ist.

Welche Entscheidungen sinnvoll erscheinen.


Diese Orientierungspunkte geben Sicherheit.

Nicht, weil sie perfekt sind.

Sondern weil sie vertraut sind.


Doch manchmal verändert sich das Leben schneller als unsere innere Landkarte.


Dann merken wir:


Etwas stimmt nicht mehr ganz.

Nicht dramatisch.

Nicht von heute auf morgen.

Aber spürbar.

Was früher klar war, wird unscharf.

Was früher selbstverständlich war, muss neu überprüft werden.

Und plötzlich tauchen Fragen auf, die wir uns jahrelang nicht gestellt haben.

Warum sich das so verunsichernd anfühlt

Viele Menschen glauben, sie müssten in solchen Momenten einfach eine Entscheidung treffen.

Dann würde sich alles wieder ordnen.

Doch häufig liegt das eigentliche Problem tiefer.

Wenn mehrere Bereiche unseres Lebens gleichzeitig in Bewegung geraten, verlieren wir oft vorübergehend den Überblick darüber, worauf wir uns eigentlich verlassen können.

Die alte Orientierung funktioniert nicht mehr zuverlässig.

Die neue ist noch nicht sichtbar.


Und genau dieses Dazwischen erzeugt Unsicherheit.

Nicht weil etwas mit uns nicht stimmt.


Sondern weil Orientierung gerade neu entsteht.



Der Wunsch nach schneller Klarheit

In solchen Phasen reagieren viele Menschen ähnlich.


Sie versuchen, möglichst schnell wieder Stabilität herzustellen.


Sie analysieren.

Planen.

Vergleichen Möglichkeiten.

Suchen nach der richtigen Entscheidung.


Doch manche Übergänge lassen sich nicht beschleunigen. Weil sie nicht nur äußere Veränderungen betreffen.

Sondern auch die Frage:



Wer bin ich heute – und was passt noch zu mir?



Solange diese Frage offen ist, fühlt sich selbst die beste Entscheidung oft nicht ganz richtig an.



Wenn mehrere Wahrheiten gleichzeitig gelten


Menschen mit internationalen Lebenswegen kennen dieses Gefühl häufig besonders gut.

Wer zwischen Ländern, Kulturen oder unterschiedlichen Lebenswelten gelebt hat, weiß:


Es gibt selten nur eine richtige Perspektive.

Mehrere Möglichkeiten können gleichzeitig sinnvoll sein.

Mehrere Orte können sich vertraut anfühlen.

Mehrere Lebensentwürfe können attraktiv wirken.

Das erweitert den Blick.


Es macht Entscheidungen aber nicht unbedingt leichter.

Denn manchmal fehlt nicht die richtige Antwort.

Manchmal gibt es einfach mehrere gute Antworten.



Was in solchen Phasen hilft


Wenn alles gleichzeitig wackelt, suchen wir oft nach Stabilität im Außen.


Doch Orientierung entsteht häufig an einem anderen Ort.


Sie beginnt mit dem Verstehen.

Was verändert sich gerade wirklich?

Welche Fragen beschäftigen mich eigentlich?

Welche Rolle passt nicht mehr?

Welche Sehnsucht meldet sich vielleicht schon länger?

Welche Gewissheiten trage ich noch mit mir herum, obwohl sie

längst nicht mehr zu meinem Leben passen?


Je klarer wir diese Fragen sehen, desto ruhiger wird der Blick auf den nächsten Schritt.



Vielleicht ist das Wackeln nicht das Problem


Rückblickend erzählen viele Menschen, dass genau diese unklaren Phasen wichtige Wendepunkte waren.


Nicht weil sie angenehm gewesen wären.

Sondern weil sie etwas sichtbar gemacht haben.

Eine Veränderung, die längst begonnen hatte.

Eine neue Richtung.


Oder eine Identität, die mehr Raum brauchte.

Vielleicht geht es deshalb nicht immer darum, das Wackeln möglichst schnell zu beenden.


Vielleicht geht es manchmal darum, zu verstehen, was es uns zeigen möchte.


Reflexionsimpuls


Wenn du auf dein Leben schaust:

Welcher Bereich fühlt sich gerade am unsichersten an?

Und ist es wirklich nur dieser eine Bereich?

Oder hat sich vielleicht mehr verändert, als du bisher wahrhaben wolltest?

Welche Orientierungspunkte tragen dich heute noch?

Und welche nicht mehr?



Kompass-Gespräch

Wenn du dich in einer Phase des Übergangs befindest und

deine Situation klarer verstehen möchtest, begleite ich dich gern ein Stück des Weges.


Kompass-Gespräch60–90 Minuten · online






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