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Wenn Kinder zwischen Kulturen aufwachsen

  • Writer: Viviane Fazel
    Viviane Fazel
  • Mar 31
  • 3 min read

Updated: 5 days ago

Gedanken über Zugehörigkeit, Anpassung und das Leben als globale Nomad:innen

Viele internationale Lebenswege werden aus der Perspektive der Erwachsenen erzählt.


Karriere.

Chancen.

Veränderung.



Doch Kinder erleben diese Wege anders.



Für sie beginnt ein neues Leben nicht mit einer Entscheidung,

sondern mit einem Umzug.




Neugier – und der Mut, sich einzulassen



Als wir nach Shanghai gingen, war meine Tochter neugierig.


Offen.

Interessiert.

Bereit, sich auf etwas Neues einzulassen.



Sie wollte mehr als nur „mitgehen“.


Sie wollte verstehen.

Erleben.

Teil werden.



Relativ schnell schlug sie selbst vor, von der deutschen Schule auf eine internationale Schule zu wechseln.


Nicht, weil sie musste.


Sondern weil sie ihren Horizont erweitern wollte.




Wenn Anderssein sichtbar wird



Und gleichzeitig war es nicht leicht.



In China war sie sichtbar anders.


Sie wurde angestarrt.

Manchmal sogar berührt.


Die Stadt war laut, dicht, überwältigend.



Für sie bedeutete das:


  • ständig gesehen zu werden

  • ohne sich entziehen zu können



Ein Gefühl, das viele Erwachsene kennen –

aber für Kinder oft noch intensiver ist.




Der Unterschied zwischen China und den USA



Später, in den USA, veränderte sich etwas.



Dort konnte sie „untergehen“.


Nicht im negativen Sinn –

sondern im Sinne von:


  • dazugehören, ohne aufzufallen



Sie fand ihren Platz.

Fühlte sich zugehörig.

Konnte einfach sie selbst sein.



Und manchmal ist genau das der größte Unterschied.




Was dabei entsteht



Kinder, die zwischen Kulturen aufwachsen, entwickeln oft Fähigkeiten, die nicht sofort sichtbar sind.



Sie lernen:


– sich schnell anzupassen

– neue soziale Situationen zu lesen

– Unterschiede zu verstehen

– sich in verschiedenen Kontexten zu bewegen



Sie werden oft:


selbstständig

sprachlich sicher

sozial feinfühlig



Und gleichzeitig tragen sie etwas, das schwerer zu greifen ist.




Zwischen Zugehörigkeit und Bewegung



Zugehörigkeit ist für viele dieser Kinder kein fester Ort.



Sie entsteht in Momenten.

In Beziehungen.

In Erfahrungen.



Und manchmal verändert sie sich.



Ein Ort fühlt sich vertraut an.

Ein anderer ebenso.



Und doch bleibt oft ein leises Gefühl:


  • überall ein bisschen

  • und nirgendwo ganz




Was oft übersehen wird



Was viele nicht sehen:


Kinder müssen immer wieder Abschied nehmen.



Freundschaften entstehen schnell.

Und sie enden oft genauso schnell.



Was für Erwachsene schon herausfordernd ist,

wird für Kinder zu einem wiederkehrenden Muster.



  • ankommen

  • verbinden

  • loslassen



Und wieder von vorne.




Zwischen Realität und Vorstellung



Von außen wirkt dieses Leben oft besonders.


Internationale Schulen.

Neue Länder.

Viele Möglichkeiten.



Doch diese Perspektive greift zu kurz.



Denn sie sieht nicht:


die Übergänge

die Abschiede

die Anpassung, die immer wieder neu beginnt




Die Rolle der Familie



Was Kindern in diesen Phasen hilft, ist nicht Perfektion.


Sondern Orientierung.



Sie brauchen:


Einbindung.

Gespräche.

Struktur im Neuen.



Und vor allem Präsenz.



Was dabei oft unterschätzt wird:


Der entsandte Elternteil ist häufig stark eingebunden.

Viel unterwegs.

Wenig präsent.



Das bedeutet:


Der Alltag liegt oft bei dem Elternteil, der selbst im Umbruch ist



Und genau hier entsteht eine besondere Dynamik.




Eine Erfahrung, die bleibt



Ich erinnere mich an Expat Kinder, die zu mir gesagt haben:



„Der Expat-Vater ist nie da.“


Ein einfacher Satz.


Und gleichzeitig ein sehr ehrlicher.




Heute



Heute sehe ich beides.



Die Stärke.

Und die Herausforderung.



Diese Kinder wachsen anders auf.



Nicht besser.

Nicht schlechter.



Aber mit einer Tiefe,

die oft erst später sichtbar wird.




Reflexionsimpuls



✧ Wenn du selbst mit Kindern im Ausland lebst oder einen solchen Schritt planst:


• Was braucht dein Kind, um sich wirklich zugehörig zu fühlen?

• Wie kannst du Übergänge bewusst begleiten – nicht nur organisieren?

• Und wo braucht dein Kind dich mehr, als du vielleicht denkst?




Der nächste Schritt



Manche Erfahrungen prägen stärker, als man zunächst glaubt.


Wenn du deine Situation als Familie klarer verstehen und bewusster gestalten möchtest, kann ein Gespräch helfen.



Zwischen Kulturen.

Mit Klarheit.


Wenn du dich gerade an einem ähnlichen Punkt befindest und deine Gedanken sortieren möchtest, melde dich gern.Manchmal beginnt Klarheit nicht mit Antworten – sondern mit einem Gespräch.



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